Grundlagen der Wirtschaftspolitik


Der erste Bereich des Schwerpunktthemas Wirtschaftspolitik beschäftigt sich mit den Grundlagen von Wirtschaftspolitik im Allgemeinen.

 

Dabei gibt der Bildungsplan vier Subbereiche vor:

  1. die Konzepte des Ordoliberalismus, Neoliberalismus, Keynesianismus und des Marxismus vergleichen
  2. Formen des Marktversagens und die Forderung nach wirtschaftspolitischem Handlungsbedarf erklären
  3. Markt, Hierarchien und Kooperation als Koordinationsmechanismen erläutern
  4. die Ziele der deutschen Wirtschaftspolitik erläutern  und mit den Grundzügen der Wirtschaftspolitik in der EU vergleichen

Die dabei verwendeten Operatoren sind ausnahmslos aus dem Anforderungsbereich zwei. Es geht also vor allem darum, dass ihr die Grundlagen versteht. Ich habe es an anderer Stelle schon mal geschrieben: Ihr könnt erst ein Haus bauen, wenn ihr wisst, wie Statik funktioniert. Dieser Bereich ist die Statik der Wirtschaftspoltik. Was das im Einzelnen für die Vorbereitung bedeutet, erfahrt ihr auf den Unterseiten, auf die ihr über die Buttons kommt.

 


Zunächst einmal schauen wir uns trotzdem ein paar ökonomische Grundlagen an. Ohne, dass man die WIRTSCHAFT wenigstens im Ansatz versteht, kann man auch keine WirtschaftsPOLITIK machen. Es ist aber wirklich nur die Grundlage der Grundlage...

Wirtschaft: Crash-Grundkurs

Fangen wir mal ganz vorne an. Was bedeutet überhaupt "Wirtschaft"?

 

Das ist ein anderes Wort für Kneipe....

 

Ich weiß, dass das witzig gemeint ist. Aber es ist gleichzeitig vor allem richtig. Der Ursprung des Begriffs "Wirtschaft" im ökonomischen Sinn ist nämlich in der Tat der gleiche Ursprung wie der des Begriffs "Wirtschaft" im gasthäuslichen Sinn. Beide gehen auf den "Wirt" zurück, der im Mittelalter der Burg- oder Hausherr. Dieser hatte die Verantwortung für die Familie oder Gemeinschaft und musste deswegen was tun?

 

Äh. Wirtschaften? Oder Moment.... sagt man nicht auch "haushalten"? 

 

Richtig. Auch das hängt miteinander zusammen. Was musste er nämlich tun, um "haushalten" zu können? Also um dafür zu sorgen, dass es allen gut geht?

 

Ah! Er musste dafür sorgen, dass alle genügend zu essen und zu trinken haben. Daher die Verbindung zum Gasthaus?

 

Ja und was noch? Essen und Trinken reicht nicht aus...

 

Hmmm ein sicheres Haus? Ein Bett zum Schlafen? Dass es einem gut geht?

 

Genau. Dass also was befriedigt wird?

 

Herr Lauber....

 

Seufz... bewegt euch bitte von dem Niveau einer achten Klasse herunter... also? Was soll befriedigt werden?

 

Alles was man braucht.... also Bedürfnisse!

 

Ganz genau. Und das ist dann auch eine mögliche Definition des Begriffs "Wirtschaft" (allerdings gibt es mehrere Definitionen, die im Kern allerdings trotzdem auf das hier hinauslaufen):

 

Wirtschaft ist die Kunst, knappe Ressourcen optimal zu nutzen und gesellschaftliche Bedürfnisse zu erfüllen.

(Quelle: https://wirtschaftslogistik.de/was-ist-wirtschaft/)

 


Bedürfnisse und Bedarf

So. Eine kleine Begriffsdefinition scheint an dieser Stelle angebracht: 

 

In der Wirtschaft spielen Bedürfnisse eine entscheidende Rolle. Bedürfnisse entstehen aus dem Gefühl eines Mangels und dem gleichzeitigen Wunsch, diesen zu beseitigen. Die Wünsche der Menschen sind die Basis des wirtschaftlichen Handelns."

Essen, Trinken und Schlafen sind für den Menschen lebensnotwendige Bedürfnisse. Deshalb bezeichnet man sie als Existenzbedürfnisse.

Darüber hinaus gibt es weitere Wünsche wie Fernsehen, Kino- und Diskobesuche oder Sport. Auch Telefone, Computer und Reisen werden praktisch als selbstverständlich angesehen. Sie gehören zu unserer gegenwärtigen Kultur und werden deswegen als Kulturbedürfnisse bezeichnet.

Schließlich gibt es die sogenannten Luxusbedürfnisse. "Dabei handelt es sich um „entbehrliche Annehmlichkeiten“ wie Schmuck, Sportwagen oder teure Getränke (Champagner).

"Die genannten Bedürfnisse sind von Mensch zu Mensch unterschiedlich [...]. Sie werden deshalb auch Individualbedürfnisse genannt. Dagegen werden die Kollektivbedürfnisse einer Gemeinschaft oder Gruppe zugeordnet. Es können zum Beispiel Bedürfnisse einer Gemeinde, Stadt oder Klasse sein. Sie befriedigen unter anderem die Bedürfnisse aus den Bereichen Gesundheit, Verkehr, Bildung und Sicherheit.

Naturgemäß hat jeder Mensch eine unendliche Anzahl an verschiedenen Bedürfnissen. Abhängig sind sie von der Lebenslage und weiteren Faktoren. Damit sind bestimmte Bedürfnisse für den einen mehr und für den anderen minder dringlich. Außerdem verändern sie sich im Laufe der Zeit. So können Luxusbedürfnisse später möglicherweise zu Kulturbedürfnissen werden. Für eine Privatperson ist ein Auto vermutlich ein Luxusgegenstand. Für einen Taxifahrer hingegen zählt es zum Existenzbedarf.

 

Merksatz: Ein Bedürfnis ist ein allgemeiner Wunsch, einen vorherrschenden Mangel zu beseitigen.

 
Der Bedarf ist für die Wirtschaft von sehr großem Interesse. Jeder Mensch hat eine bestimmte Anzahl verschiedener Bedürfnisse. Damit er diese befriedigen kann, muss er zunächst eine Reihenfolge festlegen. An erster Stelle sollten die Existenzbedürfnisse (Grundbedürfnisse) wie Nahrungsaufnahme, Trinken und Schlafen stehen. Folglich muss die Überlegung getroffen werden, mit welchem Gut das jeweilige Bedürfnis befriedigt werden soll. Hieraus entsteht ein Bedarf, zum Beispiel nach Pasta, Sekt oder einem Hotelzimmer. Die Voraussetzung ist, dass der Person eine ausreichende Menge Geld zur Verfügung steht.

Merksatz: Bedarf ist das konkrete, greifbare Verlangen nach bestimmten Gütern zur Befriedigung der eigenen Bedürfnisse. Es wird mit Kaufkraft (Geld) abgedeckt."

 (Zitate von: http://www.rechnungswesen-verstehen.de/bwl-vwl/bwl/beduerfnis-bedarf-nachfrage.php; 


und weil ich das niedlich finde, gibt es zur Veranschauung ein kleines Video


So. An dieser Stelle müsste man EIGENTLICH nochmal über Angebot und Nachfrage reden, aber das machen wir auf der Unterseite "Koordinationsmechanismen des Marktes".