zu erledigen bis 13. Kalenderwoche
Hintergrundmaterial mit Aufgaben zur selbstständigen Bearbeitung (das ist der Anfang des zweiten Schwerpunktthemas des Abiturs. Nur zur Erinnerung ... auch hinsichtlich der Wichtigkeit
des Hintergrundmaterials):
M1: Kriegstypologien
Wie können verschiedene Kriegstypen voneinander unterschieden werden? In der Literatur finden sich mindestens zwei Möglichkeiten der Typologisierung.
Ein erster Ansatz zieht den Konfliktgegenstand bzw. die Zielsetzung der Konfliktparteien als Unterscheidungskriterium heran. So differenziert zum Beispiel die Arbeitsgemeinschaft Kriegsursachenforschung (AKUF) an der Universität Hamburg unter anderem zwischen „Antiregime-Kriegen“ („Kriege, in denen es um den Sturz der Regierenden oder um die Veränderung oder den Erhalt des politischen Systems […] gekämpft wird“), „Autonomie- und Sezessionskriegen“ („Kriege, in denen um größere regionale Autonomie innerhalb des Staatsverbandes oder um Sezession vom Staatsverband gekämpft wird“) und „Dekolonisationskriegen“ („Kriege, in denen um die Befreiung von Kolonialherrschaft gekämpft wird“). An anderer Stelle werden „ethnische Kriege“ von politisch motivierten „revolutionären“ Kriegen abgegrenzt.
Derartige Typologisierungen sind insofern problematisch, als sich innerhalb eines einzigen Gewaltkonflikts oft mehrere Ursachenmuster überlappen. Darüber hinaus tendieren die Kriegsziele beteiligter Akteure im Laufe der Kampfhandlungen dazu, sich zu verändern.
Ein zweiter Ansatz unterscheidet Gewaltkonflikte daher nicht mit Bezug zu Ursachen und Zielen, sondern aufgrund des politischen Status bzw. der Vergesellschaftungsform der beteiligten Akteure. Meist geht es darum, ob die Konfliktparteien entweder staatlich oder nicht staatlich sind. Bis Ende der 1990er Jahre wurden dabei nur jene Kriege klassifiziert, die auf mindestens einer Seite einen staatlichen Akteur aufweisen konnten. Folglich ergibt sich zunächst eine Unterscheidung zwischen zwei grundsätzlichen Kriegstypen:
Dieser zweite Typ asymmetrischer Kriege lässt sich in zwei weitere Unterkategorien unterteilen, nämlich in innerstaatliche Gewaltkonflikte, also Kriege zwischen einem nicht staatlichen Akteur und einem Staat innerhalb bestehender Staatsgrenzen;
extrastaatliche oder extrasystemische Gewaltkonflikte zwischen einem nicht staatlichen und einem staatlichen Akteur außerhalb bestehender Staatsgrenzen (wie beispielsweise in dem Krieg der westlichen NATO-Staaten gegen die Taliban in Afghanistan).
Diesem Ansatz folgt beispielsweise auch das Uppsala Conflict Data Program, dass in seiner Konfliktdatenbank neben außerstaatlichen/extrasystemischen, zwischenstaatlichen und innerstaatlichen Gewaltkonflikten zusätzlich noch internationalisierte innerstaatliche Konflikte unterscheidet, d.h. Konflikte zwischen einem Staat, unterstützt durch Hilfe anderer Staaten, gegen einen nicht staatlichen Akteur innerhalb bestehender Grenzen (siehe auch Kartenlayer Kriege und Gewaltkonflikte).
Dieser zweite Konflikttypisierungsansatz bedarf aber noch einer Ergänzung. Es ist nämlich nicht nachvollziehbar, warum auf mindestens einer Seite des Konfliktgeschehens ein staatlicher Akteur vorausgesetzt werden muss. Zwar spielt der Staat zweifellos noch eine wichtige, wenn nicht gar die zentrale Rolle in der weltweiten Organisation und Durchsetzung von Gewalt. Die beschriebene Entgrenzung vieler Gewaltkonflikte der Gegenwart zeigt sich jedoch am deutlichsten in jenen Auseinandersetzungen, die auf beiden Seiten einen nicht staatlichen Akteur aufweisen. Der deutsche Politologe Sven Chojnacki fasst diese Gewaltkonflikte zu der Gruppe der „substaatlichen Kriege“ zusammen, welche die anderen Kriegstypen ergänzt. Insgesamt ergeben sich nach Chojnacki somit vier „Kerntypen kriegerischer Gewalt:
(Quelle: https://sicherheitspolitik.bpb.de/m1/articles/definitions-of-war-and-conflict-typologies)
M2: Der Friedensprozess in Mali
Gerade für Deutschland spielte der Konflikt in Mali eine wichtige Rolle, denn Deutschland war mit (über die Jahre addiert) knapp 20 000 Soldaten im Rahmen einer Friedensmission in Mali engagiert. Doch viele Jahre lang war das westafrikanische Land von Krisen und Konflikten erschüttert.
Seit dem Putsch des Militärs am 18. August 2020 und 24. Mai 2021 befindet sich Mali offiziell in einer Übergangsphase. Übergangspräsident Colonel Assimi Goita leitet die Regierung, die zu einem Großteil mit Militärs besetzt ist. Eine zentrale Herausforderung bleibt die sich seit Jahren verschlechternde Sicherheitslage. Während zu Beginn der multidimensionalen Krise 2012 Rebellen- und islamistische Gruppen hauptsächlich im Norden des Landes aktiv waren, haben insbesondere letztere sich auch im Zentrum und teilweise auch im Süden des Landes etabliert. Angriffe auf Dörfer und ihre Bewohner und Bewohnerinnen sind dort an der Tagesordnung. (Quelle)
Im Dezember 2023 beendete auf Bitte der Übergangsregierung die UN-Stabilisierungsmission MINUSMA ihre Tätigkeit in Mali.
Doch warum scheiterte diese Friedensmission?
Also ICH find ja Monty Python grandios. Und der unten stehende Sketch ist zwar deutsch, aber ganz in dieser Tradition. Wer an solchem Humor Gefallen findet, mag ihn anschauen. Es geht um Krieg und so.