Beschreibt, welches Problem ihr auf dem Bild seht.
Aaaaaalso... Umweltverschmutzung, giftiges Abwasser, tote Fische, Luftverschmutzung.... alles ziemlich widerlich, wenn Sie uns fragen.
Und wer ist dafür verantwortlich?
Na so wie das aussieht, die Fabrik im Hintergrund. Also der Unternehmer oder die Unternehmerin.
Dann erklärt mir mal, warum die da ganz offensichtlich nichts dagegen machen?
Weil.... ja keine Ahnung. Die müssen doch dann Strafe zahlen, oder nicht?
In diesem Beispiel steht die Fabrik in einer Marktwirtschaft, in der der Staat nur die absoluten Grundvoraussetzungen des Nachtwächterstaats erfüllt (Siehe Markt als Koordinationsform der Wirtschaft).
Na dann bekommt er keine Strafe. Und deswegen leitet er sein Abwasser und Müll in den Fluss.
Und wer zahlt dann nachher die "Kosten" dafür?
Sie meinen in Form von Krankheiten, Mangel an Essen und so weiter? Na alle anderen. Das ist ja aber unfair.
Richtig. Aber bevor wir dazu kommen, eine letzte Frage...
... na Gott sei Dank. Sie gehen uns mit diesen ganzen Fragen auf den Geist.
Ruhe. Also: Welches Instrument sollte in einer Marktwirtschaft EIGENTLICH die Kosten, also den Preis, für ein Gut koordinieren?
Easy: Angebot und Nachfrage.
Genau. Und in einem Fall wie dem hier passiert das nicht. Denn das Produkt, das in dieser Fabrik produziert wird, ist nachher eigentlich zu billig. Warum?
Hey! Sie sagten, dass die letzte Frage die letzte Frage war! Aber wir sind klug genug, um sie trotzdem zu beantworten. Der Preis für das Produkt ist zu billig, weil nicht alle Produktionskosten im Preis enthalten sind. Die Kosten für die Umweltverschmutzung nämlich nicht.
Sehr gut. Und das ist eine Form von Marktversagen. Dabei wird Marktversagen als Situation definiert, "wenn der Marktmechanismus aus Angebot und Nachfrage nicht zu den volkswirtschaftlich wünschenswerten Ergebnissen führt und die Produktionsfaktoren nicht so verwendet werden, dass sie den größtmöglichen Ertrag für die Gesamtwirtschaft bringen." (Quelle)
Die Betonung liegt hier auf volkswirtschaftlich und Gesamtwirtschaft. Denn natürlich profitiert der Unternehmer/die Unternehmerin davon, wenn sie die Umweltverschmutzung nicht zahlen müssen. Für die Gesamtwirtschaft ergibt sich aber ein Schaden, da z.B. das Wasser dann nicht mehr für die Produktion von Bier verwendet werden kann.
Und DAS wäre in der Tat eine Katastrophe...
Bevor wir nun gleich zu den Gründen für Marktversagen kommen, müssen wir erst aber die drei gängigen Formen von Marktversagen unterscheiden:
Top! Aber... ähm... was war nochmal Pareto-effizient?
Ach ja. Die Grundlagen mal wieder, richtig? "Das Pareto-Optimum, auch bekannt als Pareto-Effizienz, bezeichnet in der Ökonomie einen Zustand, in dem keine Person bessergestellt werden kann, ohne eine andere schlechter zu stellen." (Quelle)
Also der beste Zustand für alle?
Ja, quasi das Sigma der Zustände. Oder der Alpha?
Oh Mann Herr Lauber... bitte hören Sie auf, krampfhaft zu versuchen, Jugendsprache zu verstehen... .geschweige denn ANZUWENDEN!
Okok. Aber wisst ihr, woher Sigma kommt? Das kommt von dem Herrn Gauss, der... aber ich schweife ab. Ihr wollt sicherlich lieber eine Übersichtstabelle über die Gründe für Marktversagen, als Lagerfeuergeschichten über Mathe-Genies, richtig?
Richtig.
Also gut. Here you are:
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Form des Marktversagens
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Zentrale Gründe und Ursachen
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Allokatives Marktversagen
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• Externe Effekte: Kosten oder Nutzen des Handelns werden nicht im Preis berücksichtigt und auf unbeteiligte Dritte übertragen.
• Öffentliche Güter: Aufgrund von Nicht-Ausschließbarkeit und fehlender Konsumrivalität kommt es zum Trittbrettfahrerproblem, wodurch der Markt diese Güter nicht oder nur unzureichend bereitstellt.
•Marktmacht und Monopole: Unternehmen, die in einem Marktsegment dominieren, nutzen ihre Macht, um Preise über den Grenzkosten festzusetzen, was den Wettbewerb
einschränkt.
• Asymmetrische Information: Ungleiche Informationsverteilung zwischen Vertragspartnern führt zu Negativauslese (Adverse
Selection) oder moralischem Risiko (Moral Hazard).
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Distributives Marktversagen
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• Mangelnde soziale Gerechtigkeit: Marktergebnisse führen zu einer Verteilung von Einkommen und Vermögen, die nicht den gesellschaftlichen Vorstellungen von Fairness
entspricht.
• Ausblendung von Verteilungswirkungen: Rein ökonomische Effizienzmodelle berücksichtigen nicht, wie Eigentumsrechte verteilt sind oder ob Umweltschutzmaßnahmen von der
Zahlungsfähigkeit abhängen.
• Technologischer Wandel: Digitalisierung und Automatisierung können die Ungleichheit verschärfen, da Gewinne bei Unternehmen oder Kapitaleignern konzentriert werden, während Löhne relativ sinken.
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Konjunkturelles Marktversagen
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• Gesamtwirtschaftliche Instabilitäten: Diese Form bezieht sich auf Störungen und Schwankungen im gesamtwirtschaftlichen Ablauf.
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So. Das ist eigentlich übersichtlich. Aber vielleicht gibt's zu einzelnen Gründen Fragen?
Äh ja. Also so richtig können wir uns unter manchen Gründen nichts vorstellen, weil das wieder so Wirtschaftssprachenblabla ist.
Würde es euch helfen, wenn wir Beispiele zu den einzelnen Gründen sammeln?
Aber voll!
Also gut. Externe Effekte haben wir im Eingangsbeispiel eigentlich schon abgehandelt. Zumindest die NEGATIVEN externen Effekte. Es gibt aber auch POSITIVE externe Effekte. Fällt euch da was ein? Also ein "Abfallprodukt" einer Produktion, die gut für jemand anderen ist? Ich geb euch nen Tipp: Ist süß und golden. Und es bin nicht ich.
Oh Gott, war der wieder bodenlos. Süß und golden..... Honig!
Genau. Wie wird Honig produziert?
Bienen und Blumen und so.... ah! Bienen bestäuben Bäume. Also z.B. auch Obstbäume! Also hilft die Bienenproduktion auch dem Obstbauer, obwohl er nichts für die Bestäubung zahlt.
So sieht's aus. Jetzt zu den öffentlichen Gütern. Das ist eigentlich klar, oder? Wenn man zum Beispiel einen Leuchtturm irgendwo hinstellt, dann kann man kein Schiff davon ausschließen, sich an dem Leuchtturm zu orientieren. Dadurch kann man auch nicht ausschließen, dass nicht nur die eigenen Schiffe davon profitieren. Also werden Leuchttürme privatwirtschaftlich nicht ausreichend gebaut und der Staat muss das tun. In Deutschland ist das auch z.B. bei Straßen so.
Verstanden. Monopole sind auch klar. Das zerstört den Wettbewerb und damit Angebot und Nachfrage. Das haben wir in Klasse 10 gemacht. Und asymetrische Informationslage ist irgendwie auch logisch. Einer weiß halt mehr als der andere und kann den anderen deswegen über den Tisch ziehen. Die Sachen beim distributiven Marktversagen sind auch klar. Aber das konjunkturelle Marktversagen verstehen wir noch nicht.
Das bedeutet, dass der Markt zum Beispiel nicht mehr funktioniert, weil es einen wirtschaftlichen Schock gab. Also nehmt mal die Corona-Pandemie. Plötzlich ist die Inflation explodiert und Angebot und Nachfrage hat als Koordinationsmechanismus nicht mehr funktioniert. Solche Situationen sind dann konjunkturelles Marktversagen.
Ah. Checken wir. Jetzt müssen wir nur noch erklären, warum es die Forderung nach wirtschaftspolitischen Handlungsbedarf gibt. Sagt zumindest der Bildungsplan.
Ja. Und der ergibt an dieser Stelle keinen logischen Sinn. Es gibt keine Forderung nach wirtschaftspolitischem HandlungsBEDARF. Entweder es gibt eine Forderung nach wirtschaftspolitischen Maßnahmen, oder es gibt wirtschaftlichen Handlungsbedarf. Aber wie kann man denn Handlungsbedarf fordern?
Ok. Sie haben Recht, aber was sollen wir denn dann lernen?
Na genau das. Warum ergibt sich daraus Handlungsbedarf durch den Staat?
Ja und? Warum?
Na das liegt so auf der Hand, dass ihr da durch ein WENIG nachdenken sicher selbst draufkommt...