Jetzt wird es hier drin ganz magisch!
Meinen Sie so mit Zauberer und Harry Potter dies das?
Fast. Es geht eher um Vierecke und Sechsecke. Aber magisch sind sie trotzdem.
Langweilig, das haben wir doch schon in Klasse 10 in WBS gemacht.
Stimmt. Und genau deswegen gehen wir bei den Grundlagen nicht mehr völlig ins Detail. Aber wir müssen über ein paar Dinge trotzdem reden. Also. Es geht natürlich um die Ziele deutscher Wirtschaftspolitik. Diese werden generell in einem magischen Sechseck dargestellt. Ursprünglich waren es jedoch nur vier Ziele und deswegen auch ein Viereck. Erinnert ihr euch noch an diese ursprünglichen Ziele?
Ähmmmmm. Wirtschaftswachstum! Und eine niedrige Arbeitslosenquote. Richtig?
Genau. Das sind schon mal zwei. Und was ist mit den anderen beiden? Ich gebe euch einen Tipp. Während der Corona-Krise war eines davon ein massives Problem, weil es zu hoch war.
AHH! Inflation! Also besser gesagt: Keine Inflation.
Ungenau. Nicht keine Inflation, sondern.....?
Wenig Inflation. Wir erinnern uns. Ein wenig Inflation war ok, aber es sollte nicht zu viel sein.
Exakt. Und das vierte Ziel? Das ist ein wenig schwieriger zu merken, aber für eine Exportnation wie Deutschland wichtig...: Außenwirtschaftliches Gleichgewicht.
Wir erinnern uns. Und das war aber dann irgendwann nicht mehr genug, weil es gesellschaftliche Probleme ausgeklammert hat. Deswegen wurde Nachhaltigkeit und soziale Gerechtigkeit mit aufgenommen! Ha! Wir sind so gut!
Beeindruckend. In der Tat: Gerechte Einkommens- und Vermögensverteilung und der Schutz einer lebenswerten Umwelt sind die anderen beiden Ziele des dann entstandenen magischen Sechseckes. Jetzt aber die spannende Frage: Warum heißt das "magisches" Sechseck?
Na, weil die Ziele nicht alle gleichzeitig zu erreichen sind. Da gibt es dann Zielkonflikte. So wie beim magischen Dreieck der Geldanlage...
Ihr seid ja richtig am cooken... wenn ich das jetzt richtig benutzt habe.
Haben Sie, aber ist trotzdem unangenehm.
Na vielleicht ist eine Übersichtsgrafik weniger unangenehm. Direkt da drunter findet ihr außerdem ein kleines Video, in dem die wirtschaftspolitischen Ziele der Merz-Regierung (Stand Februar 2026) visualisiert sind. Eine schöne Aufgabe wäre es jetzt für euch, diese konkreten Politikziele den verschiedenen Ecken des magischen Sechsecks zuzuordnen und dann zu analysieren, was das bedeutet. Das gebt ihr aber bitte eurer Lehrkraft ab...
Und wer das ganze doch noch ein wenig intensiver auffrischen will oder muss, dem seien folgende Literaturempfehlungen ans Herz gelegt:
- Bundeszentrale für politische Bildung: Ziele und Instrumente deutscher Wirtschaftspolitik
Im Bildungsplan ist jetzt auch noch verlangt, dass ihr diese Ziele der deutschen Wirtschaftspolitik mit den Grundzügen der Wirtschaftspolitik der EU vergleicht. Ok. Dann machen wir das eben. Dazu müsst ihr aber erst einmal wissen, was die Grundzüge der Wirtschaftspolitik der EU sind. Dazu ist es sinnvoll, dass ihr euch den EU-Binnenmarkt nochmal ins Gedächtnis ruft. Auch das war bereits in Klasse 10 dran, aber .....
kurzes Video zur Auffrischung? Ich denke ja.
So. Jetzt müsst ihr das nur noch vergleichen.
Ähm... wenn wir ganz lieb fragen, stellen Sie uns dann eine Vergleichstabelle zur Verfügung? Bittebittebittebitte?
Ich weiß nicht....
BITTEBITTEBITTEBITTE!!!!
Schreit mich nicht an. Ok. Weil ihr es seid.
YES!
Aber das ist ein wenig schwierig. Denn der Bildungsplanpunkt ist nicht ganz genau formuliert. EIGENTLICH sollen wir nur die Grundzüge vergleichen. Das ergibt aber irgendwie wenig Sinn, da in Klammern dann auch noch "Empfehlungen des Europäischen Rates" steht. Der gibt aber dauernd neue Empfehlungen. Deswegen ist die folgende Tabelle eine Übersicht sowohl über die Grundzüge, als auch über aktuelle Wirtschaftsziele (Stand 02/26). Das kann aber auch schnell wieder überholt sein. Also ist das mit Vorsicht zu genießen.
Egal. Wir genießen es trotzdem sehr!
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Dimension
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Deutsche Wirtschaftspolitik (Magisches Sechseck & Agenda 2026)
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Grundzüge der EU-Wirtschaftspolitik (Stand 2025/2026)
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Ordnungspolitischer Rahmen
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Soziale Marktwirtschaft basierend auf dem Stabilitätsgesetz
(1967).
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Europäischer Binnenmarkt mit offenem Wettbewerb und gemeinsamen
Standards.
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Wachstum & Stabilität
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Stetiges Wirtschaftswachstum (Ziel: 2,5–3 % BIP-Anstieg) und
Preisniveaustabilität (Inflationsziel ca.2
%).
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Fokus auf Wettbewerbsfähigkeit gegenüber USA/China; Mobilisierung von privatem Kapital über die Kapitalmarktunion.
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Beschäftigung
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Hoher Beschäftigungsstand; Fokus verschiebt sich 2026 von
Arbeitslosigkeit hin zur Behebung des Arbeitskräftemangels (z. B. durch die Aktivrente).
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Förderung von Fachkräften im IKT-Bereich und länderübergreifende Mobilität im Rahmen der „Digitalen Dekade 2030“.
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Außenwirtschaft
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Außenwirtschaftliches Gleichgewicht; Strategie des „De-Risking“ und Diversifizierung (z. B. Partnerschaften mit
Indien/Saudi-Arabien).
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„Economic Security Strategy“ zur Reduzierung einseitiger
Abhängigkeiten; Abschluss großer Freihandelsabkommen (Mercosur, Indien).
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Umwelt & Klima
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Erhaltung einer lebenswerten Umwelt; gesetzliches Ziel der
Klimaneutralität bis 2045.
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European Green Deal und „Clean Industrial Deal“; EU-weites Ziel von 90 % Emissionsreduktion bis
2040.
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Soziale Gerechtigkeit
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Gerechte Einkommens- und Vermögensverteilung zur Wahrung des
sozialen Friedens.
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„Just Transition“; sozialer Ausgleich bei Klimaschutzmaßnahmen und
europaweite Mindeststandards.
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Innovation & Technologie
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Hightech Agenda Deutschland: KI-Offensive 2030 (10 % BIP-Anteil) und
technologische Souveränität in der Mikroelektronik.
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EU Chips Act (20 % Weltmarktanteil bis 2030) und AI Act zur Schaffung eines einheitlichen Rechtsrahmens für
Schlüsseltechnologien.
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verwendete Quellen: